Wirklichkeit

„Was ist die Wirklichkeit? Wie definiert man das, Realität? Wenn Du darunter verstehst was Du fühlst, was Du riechen, hören oder sehen kannst, ist die Wirklichkeit nichts weiter als elektrische Signale interpretiert von deinem Verstand.“

Aus dem Film „Matrix“

Erinnere dich an die Zeit vor deinem ersten Geburtstag. Keine Chance.
Dann eben vor deinem zweiten Geburtstag. Da kommt auch nichts, nicht wahr?
Dritter Geburtstag: hier fängt es an, dass bei manchen Menschen schon ein paar Fragmente der Vergangenheit durchschimmern. Bruchstücke von Bildern eines Spaziergangs oder die glitzernde Weihnachtsbaum-Stimmung. Eine Erinnerung ist gespeichert in vielen Gehirnzellen und Synapsen. Werden diese nicht oft benutzt oder sterben nach und nach ab, können wir uns an das Gelernte und alle Sinneseindrücke der damaligen Situation nicht mehr so gut erinnern oder wir haben sie einfach mit dem Teil unseres Bewusstseins ganz vergessen.

Was in dem Zitat zunächst nach Science-Fiction klingt, ist durchaus richtig. Wenn wir uns ansehen, wie unser Verstand rein physikalisch und biologisch funktioniert, können wir sagen, dass wir alle äußerlichen Einflüsse mit unseren Sinnen wahrnehmen. Über die Nervenbahnen wandern diese in die jeweiligen Zentren unseres Gehirns. Hier schalten sich die Millionen von Gehirnzellen, Synapsen und Rezeptoren ein und setzen das Muster zusammen zu einem für uns sinnvollen Film. Durch Neuartigkeit, Intension, Wiederholung oder in Verbindung mit Emotionen entscheidet das Gehirn, ob es diese Sinneswahrnehmungen im Gedächtnis speichert oder „nicht weiter verarbeitet“.

Wo entsteht also Realität? Realität wirkt nicht von außen auf uns ein. Sie entsteht in uns selbst. Sinneseindrücke wandern in unser Gehirn und wir wenden erlernte Filter und Glaubenssätze an, um daraus unsere Realität zu bauen. Manchmal machen wir neue Erfahrungen; wir lernen neue Dinge, werfen bewusst alte Denkmuster weg und leben plötzlich „in einer neuen Welt“. Die neue Welt ist aber nicht neu; sie war schon so da. Sie wird hier von uns neu definiert und verstanden.

Wenn wir also etwas verändern möchten, müssen wir in uns selbst anfangen.